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Eppstein heute: Das heutige hier beschrieben Eppstein liegt in Rheinland Pfalz. Die offizielle Bezeichnung ist Eppstein/Pfalz zum Unterschied eines gleichnamigen Ortes im Taunus. Eppstein gehörte zum Landkreis Frankenthal im Regierungsbezirk Pfalz und gehört seit der Verwaltungsreform von 1969 zu der Stadt Frankenthal. Das Dorf ist ca. 4 km von Frankenthal entfernt und liegt 94 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gegend um Eppstein ist flach und ohne Wald. Nach Aussagen und Berichten, gab es um den Ort früher auch Wald, doch heute dient der Boden hauptsächlich der Landwirtschaft. Der Name Eppstein Die Anfänge des heutigen Dorfes Eppstein in der Pfalz gehen bis in das 6. Jahrhundert zurück, es war nach der Völkerwanderung als Franken im Gebiet des Mittelrheins und am Main sesshaft wurden. Funde rund um Eppstein / Pfalz zeigen aber, dass die Gegend ( und Eppstein ) schon sehr viel früher besiedelt war. Die Franken bauten sich mitten in ihre Feldern ein Haus und nannten ihren Besitz nach ihrem Namen mit der Nachsilbe heim". Es gab damals noch keine Familiennamen so wie heute und man nannte sich nach dem Vornamen. So entstanden die meisten Ort rund um Frankenthal und Frankenthal" weißt deutlich auf die Franken hin. ·Lambsheim ist das Heim des Lamundis ·Flomersheim ist das Heim des Flabo ·Hessheim ist das Heim des Hesso ·Bobenheim oder Babinheim ist das Heim des Babo ·Roxheim ist das Heim des Rochus und noch andere mehr. Eppstein macht da eine Ausnahme auffallender weise, da es in der Endsilbe stein" hat. Dazu gibt es verschiedene Erklärungen. Stein" bedeutet ein durch Mark oder Grenzstein abgezeichnetes Gebiet. Die erste Silbe des Namens leitet sich ab von Abbo oder Ebbo. Dies ist eine Abkürzung oder Koseform des Namens Eberhard. Somit wäre Eppstein Besitztum des Eberhards. Stein" könnte aber auch auf ein Steinhaus hinweisen, somit wäre Eppstein das Steinhaus des Eberhard. Eine dritte Auslegung ist, dass an der Stelle des heutigen Dorfes einst eine römische Villa oder Castell stand. Die Römer bauten Häuser aus Stein, während die Franken Holzbauten bevorzugten. Auch Paul Habermehl kommt aufgrund seiner Ausgrabungsergebnisse auf diese letzte Erklärung des Ortsnamens. Im laufe der Zeit erfuhr der Name mancherlei Abwandlung. Die Ursprüngliche Bezeichnung war Appinstein" und es folgten folgende Formen: ·Ebenstein ·Ebinstein ·Ebistein und schließlich Eppstein. Weisenburger Urkunden nennen den Ort sogar Eberstein oder Ebestein und in Verstümmelung sogar Deberstein. ( Anmerkung: Das ich den Namen Ritter Mark von Eppostein ( besonders Eppostein ) wählte für das Mittelalterhobby, liegt daran, dass ich keine geschichtliche Figur verkörpern möchte um der Phantasie ein wenig freien Lauf zu lassen. Aber da unser Ort eine lange Geschichte hat und da meine Familie schon sehr viele Generationen hier wohnt und Eppstein sogar ein Rittergeschlecht mit Burg hatte, nehme ich ein wenig Bezug auf die Geschichte des Ortes und deren Ritter ). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Gemarkung um Eppstein Die Flurnamen zeigen uns einen kleinen Einblick in die Vergangenheit, aber einige Geheimnisse lassen sich leider nur sehr schwer lösen. Diese Erfahrung macht ein jeder, der sich mit den Flurnamen befasst. Es tauchen auch Flurnamen auf, die so alt sind, dass man den Sinn nicht mehr versteht. Hinzu kommen noch mundartliche Besonderheiten mit einer gewissen Färbung von Um- und Mitlauten. Besonders viele alte Flurnamen enthalten Schriftstücke aus der Zeit zwischen 1500 und 1600, es sind Erbstandsbriefe und Urkunden zu nennen. Von den Ehemaligen Waldungen der Eppsteiner Flur und den sumpfigen Niederungen Die Hartwiesen befinden sich westlich des Weidengrabens und haben eine trapezförmige Form. Urkundlich erwähnt zum Beispiel 1530 ( herdtwiesen ), 1542 (hertwisen). Hart" hat im wesentlich zwei Bedeutungen, erstens heißt es Bergwald oder schlicht Wald. Während einer kleineren oder größeren Rodungsperiode nach der fränkischen Landname um 500, die weite Teile der Pfalz erfassten, erfolgte eine teilweise Umwandlung in Weideland. Im Eppsteiner Raum, dürfte wohl eine Bevölkerungszunahme im 13.Jahrhundert und die Machtpolitik des Eppsteiner Rittergeschlechts maßgebenden Anteil an den Rodungen gehabt haben. Bevölkerungszuwachs bedeutete auch das mehr Anbaufläche geschaffen werden musste. Mordtgewann" wurde ein Sumpfgebiet bezeichnet. Der Namen kommt von "mord(t)" und wird von Christman als mooriger Boden gedeutet. Ein weiteres Sumpfgebiet lag zwischen der kleinen Weide" und der Nachtweide" und trägt seit Jahrhunderten den Namen Moos" oder Maaß". Beide Formen sind seit 1530 belegt. Im Galgenloch" hat so ein mancher seinen letzten Atemzug getan. Der Name an sich gibt Rätsel auf und konnte nirgends genau nachgewiesen werden. Es kann aus verschieden Gründen angenommen werden das dieser Ausdruck ab dem 18.Jahrhundert im Volksmund geläufig war. Ein Flurname im Loch" ist öfters für das 16. und 17. Jahrhundert bezeugt ( in das Loch 1542, im Loch 1543, 1604, 1613, 1615 ). Zu etwa der gleichen Zeit ist der Flurname diebsaat" überliefert. Die diebsaat" müsste zwischen Erbsenssat" und"Zölchel" gelegen haben und muss daher nicht weit vom Loch" entfernt gewesen sein. Einem Bericht zu folge, aus dem 16.Jahrhundert aus Erpolzheim, wurden Diebe übeltsitzend auf einem Stein unter einer Ulme verurteilt und dann den Weisenheimer Weg hinaus bis an das "Diebsviertel" geführt, wo sie hingerichtet werden sollten. Das Wort dieb" steht in diesem Zusammenhang für alle Missetäter die gehängt werden sollten. Es gäbe noch einiges mehr zu nennen, aber das würde zu viel. Abschließend sei noch gesagt, dass viele der Eppsteiner Flurnamen schon im 12. und 13. Jahrhundert existiert haben. Dies ergibt sich mit Sicherheit aus dem Lautstand, der ganz dem der mittelhochdeutschen Blüte zeit entspricht. Hier nun ein wenig aus der Kulturgeschichte von Eppstein Eppstein ( Pfalz ) wurde am 30. März 769 im Lorscher Codex erwähnt und tritt somit ins Rampenlicht der Geschichte. Über die Zeit davor gibt es keine schriftlichen Zeugnisse und man ist voll und ganz auf die Bodenfunde angewiesen. Es wurden im laufe der Zeit sehr viele Bodenfunde gemacht. Man fand zum einen fünf Urnen, Skelette, Waffen und einiges mehr. Dies erhärtet die Behauptung, das man von einer 3000- jährigen Besiedlung des Ortes und des Eppsteiners Kulturraums sprechen kann. Die Grabungen die bis jetzt gemacht wurden, haben mit Sicherheit ergeben, das Eppstein schon im 2. Drittel des 6. Jahrhunderts nach Chr. als dörfliche Siedlung bestand. Es wurden auch Steinwerkzeuge, Steinbeile" ( Streithammer ) aus der Jungsteinzeit ( 3599 - 2000 vor Chr. ) gefunden, mitunter in der Gewanne Floß". Einige dieser Dinge sind im Frankenthaler Museum, dem Bad Dürkheimer Heimatmuseum oder im historischen Museum der Pfalz Speyer zu finden. Am Rande des Eppsteiner Kulturraumes fand man auch etliche Hügelgräber aus der Bronzezeit ( ca. 1550- 1250 vor Chr. ) und ebenso drei Pfeilspitzen , eine davon mit Nietloch in der Tülle für den hölzernen Pfeilschaft. Ebenso fand man Trichterhalsurnen, konische Schalen ( Speyerer Museum ) Fibeln und Nadeln aus Bronze. Die Zeit der Römerherrschaft Es gibt nur wenige Spuren die darauf hinweisen das römische Siedler sich in Dorf nähe nieder ließen, aber es gibt diese. 1854 wurde eine römische Glasflasche gefunden und vom Ortspfarrer Zinn vier Jahre später dem Speyerer Museum übergeben. 1909 und 1967 fand man in einem Kinder- und einem Frauengrab römische Münzen. Sie geben uns auf die Dauer der römischen Anwesenheit ein wenig Auskunft. Das Vorhandensein einer kleinen römischen Siedlung oder eines Gutshofes schon im 1. drittel des 3.Jahrhunderts, scheint allein durch den Männerkopf" aus Sandstein und anderen Indizien die bei Eppstein gefunden wurden als erwiesen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Einiges über das Lehen und über das 12. und 13. Jahrhundert von Eppstein Besitz und Macht lagen im Mittelalter bei den geistlichen und weltlichen Herren, den Bischöfen und Fürsten, wobei auch die geistlichen Würdenträger über weltliche Macht verfügten. Diese verliehen Besitz und Rechte an Ritter draußen im Lande, die wiederum ihrer Landesherrn dafür Kriegsdienste mit ihren Mannen leisteten. Oft wurde das Lehen ganz oder teilweise zum Eigentum. Der Teil von Eppstein, welcher nicht dem Stift Groß- Frankenthal unterstand und das wohl seine Rechte vom Wormser Bischof hatte, war, wie es in Akten heißt uraltes Neustadter Mannslehen". Es kam also wohl vom Pfalzgrafen und ein Rittergeschlecht von Eppstein war Lehensträger und trug seinen Namen nach dem Dorf. Dieses Geschlecht hatte eine Burg in Eppstein. Es soll ein Wasserschloss gewesen sein und vielleicht hat ein Rheinarm die Burg umschlossen. Das Schloss soll an der Stelle gestanden haben, wo heute die heutige Hintergasse eine Biegung macht. Eine Wormser Urkunde spricht von einem Castrum", also einem Schloss in Eppstein. Es wird berichtet, das sich dort einmal der Wormser Bischof aufgehalten hat. Ein andermal wird die Eppsteiner Burg mit Hebastein bezeichnet. Im 13.Jahrhundert kam das Schloss durch Erbschaft an Walram von Zweibrücken. Es wurde im Krieg zerstört. Die restlichen Ruinen fielen dem Brand des Dorfes 1689 zum Opfer. Neben dem Rittergeschlecht der Eppsteiner im Wormsgau gab es auch ein solches auf der Burg Eppstein im Taunus. Als Erbauer dieser Burg gilt Udalrich ( Ulrich ) von Eppstein, der im Jahre 1122 gelebt hat. Dieser Udalrich von Eppstein soll als Graf vom Sundergau, als er auf die Burg Eppstein im Taunus übersiedelte , den Namen eines Grafen von Eppstein angenommen haben. Eine weitere Forschung nennt Gerhard von Hainhausen als den ersten Ritter von Eppstein, der auch Gerhard der Erste von Eppstein 1183 genannt wird. Seine Schwester Hildegard heiratete Phillip von Bolanden. Gerhard der Erste war der Ahnherr der berühmten Mainzer Erzbischöfe. Die Ritter von Eppstein im Wormsgau waren Zeitgenossen derer von Eppstein im Taunus. Von 1069 bis 1107 nach Chr. War ein Adalbert von Eppstein Bischof zu Worms. Ob eine Beziehung verwandtschaftlicher Art der beiden Eppsteiner zueinander bestand lässt sich heute nicht mehr genau feststellen, ist aber nicht auszuschließen. Aber ...... In einer Urkunde wird geschrieben das ein Dominikus Ritter von Eppstein und sein Verwandter Werner von Bolanden gemeinsam Zeugen in einer Sache waren. Im Jahre 1193 wird in den Weisenburger Urkunden ein Gerhard von Eppstein erwähnt, der in Hessheim im Wormsgau ( ein Ort bei uns in der Nähe ) begütert war und es darf wohl angenommen werden, dass dieser aus unserem Dorfe Eppstein stammt. Ende des 12.Jahrhunderts war ein Sigfried von Eppstein Probst von St. Martin zu Worms. Er wird in einer Urkunde vom 25. April 1194 mit Werner, Ritter von Dirmstein ( ein Ort bei uns ), als Zeuge in einem Vergleich des Bischofs Konrad von Mainz über die Patronatsrechte der St. Paulskirche in Worms benannt. Als Lehensträger des Ortes Eppstein im Wormsgau lassen sich aus dem Geschlecht der Ritter von Eppstein folgende Namen feststellen: ·Markwart1167 - 1200 ·Berthold1216 - 1253 ·Heinrich I1254 - 1274 ·Jakob1285 ·Baldemar1318 ·Frank ( Fr)1375 ·Heinrich II um 1380 Heinrich II von Eppstein hinterließ keine männlichen Nachkommen und somit hört das Eppsteiner Lehen auf. Aber trotz allem, ist in einer Urkunde aus dem Jahre 1481 nochmals ein Graf Wendel von Eppstein erwähnt. Diese alle, gehören zu dem Rittergeschlecht derer von Eppostein im Wormsgau ( meinem Heimats.- und Geburtsort Eppstein in der Pfalz ). Außer den oben genannten, ist noch ein Name, Ritter Eckebrecht von Eppstein Überliefert ( 1351 ). Über die Ritter von Eppstein berichten noch einige Urkunden. Im 12.Jahrhundert veräußerte ein Markwart von Eppstein sein Eigentum in Eppstein und Scharrau an das Kloster Schönau bei Heidelberg. Dies wurde vom Pfalzgrafen Konrad ( 1155 - 1195 ) und dem Abt Sieghard von Lorch ( 1167 - 1200 ) bestätigt. Die Bestätigung durch den Pfalzgrafen dürfte ein Beweis sein, das Eppstein das Lehen war und Markwart zu den Eppsteinern im Wormsgau gehörte. In einer Urkunde von 1278 über die St. Veitskapelle wird ebenfalls ein Ritter von Eppstein erwähnt. Unter Abt Werner erhielt laut Frankenthaler Akten in Luzern der Frankenthaler Konvent im Jahre 1274 Liegenschaften als Stiftung eines Ritters Heinrich von Eppstein. In einer anderen Urkunde aus dem Jahre 1318 wurde Baldemar von Eppostein von seiner zu entrichtenden Gülde an das Stift Groß- Frankenthal befreit. Es gibt noch viele andere Urkunden mehr. Im Zusammenhang mit anderen Urkunden werden noch folgende Eppsteiner erwähnt: -Conczichen von Eppstein1383 -Berthold von Eppstein1399 Ob diese beiden zu den Eppsteinern im Wormsgau oder im Taunus gehören, ist nicht nachweisbar. Das Rittergeschlecht von Eppstein ist aber manigfach mit dem Namen des heutigen Dorfes Eppstein / Pfalz verknüpft. Nachdem mit Heinrich II von Eppstein dieses Geschlecht als Lehensträger aus starb, wurden die Herren von Oberstein neue Lehnsherrn. 1390 war dann ein Sigfried von Wildenstein Lehnsherr. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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(C) Mark von Eppstein (Markus Mueller) Quellen: Das Buch "Eppstein" von Paul Habermehl und Anna Maus, Frankenthal 1970 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||